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Erzgebirgs­sparkasse

Rechte und Pflichten in der Ausbildung

by Marcel Meester
Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Glück Auf, Ihr Lieben!

Heute möchte ich euch etwas über die Rechte und Pflichten als Auszubildende der Erzgebirgssparkasse erzählen. Hierbei möchte ich erst einmal untergliedern in allgemeine Gesetze, die während der Ausbildung gelten, und in spezielle Gesetze, die für den Bankbereich wichtig sind. Denn selbstverständlich gibt es überall, wo mit höchst sensiblen Daten gearbeitet wird, entsprechende Regeln beziehungsweise gesetzliche Grundlagen, die einzuhalten sind.

Für uns sind es die persönlichen Daten, insbesondere die finanziellen Verhältnisse unserer Kunden, welche es zu schützen gilt. Welche Regelungen dabei im Einzelnen gelten, würde allerdings zu weit führen, daher möchte ich mich nun auf die allgemeinen Regelungen beschränken, die auch für die Auszubildenden der anderen Berufszweige von Bedeutung sind.

Doch vorher noch ein paar Worte zu mir: Mein Name ist Julia, ich bin 20 Jahre alt und mittlerweile schon im 3. Jahr meiner Ausbildung. Seit 2019 habe ich mir das Amt der JAV (Jugend- und Auszubildendenvertretung) zu Herzen genommen. Das ist auch der Grund, warum ich euch heute etwas über die gesetzlichen Grundlagen erzähle und euch einen Einblick in die Rechte und Pflichten der Azubis gebe. Meine Aufgabe als JAV ist es nämlich, unter anderem, alle Sorgen, Anregungen oder auch Probleme der Azubis so zu lösen, dass alle betroffenen Parteien damit zufrieden sind und keiner benachteiligt wird. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muss ich natürlich unsere Rechte und Pflichten und deren gesetzliche Grundlagen kennen. Also los!

Eure Rechte im Bewerbungsprozess

Die gesetzlichen Grundlagen, welche in der Ausbildung von Bedeutung sind, beginnen schon mit eurem ersten Bewerbungsschreiben. Denn hier gilt schon das AGG (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz). Darin wird, wie es der Name schon verrät, geregelt, dass alle Bewerber gleich behandelt werden und niemand aufgrund seiner Person benachteiligt oder gar ausgeschlossen wird. (§ 1 AGG: „Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“) Um euch bei dieser Sache zusätzlich zu schützen, gilt hier eine umgekehrte Beweislast. Das heißt, auch wenn sonst gilt „Unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils“, ist es hier umgekehrt, sodass das Unternehmen, bei dem ihr euch beworben habt, beweisen muss, dass ihr nicht benachteiligt wurdet. 

Auch im nächsten Schritt, dem Auswahlverfahren, schützt euch das AGG, so ist es unter Anderem maßgeblich für die zulässigen Fragen in eurem Bewerbungsgespräch und verbietet Fragen, die auf euren rein persönlichen Bereich und folglich in eure Intim- oder Privatsphäre eindringen. So sind zum Beispiel Fragen nach:

  • einer bestehenden Schwangerschaft
  • der Familienplanung
  • der Gewerkschaftszugehörigkeit
  • der Krankheitshistorie

grundsätzlich nicht zulässig. Dagegen müssen Fragen nach dem schulischen und beruflichen Werdegang, den Noten der Abschlussprüfung, dem Personenstand, aber auch nach Vorstrafen (wenn einen Zusammenhang mit der konkret angestrebten Tätigkeit aufweisen) wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Rahmenbedingungen während der Ausbildung

Habt ihr es durch das Auswahlverfahren geschafft und ihr konntet einen Ausbildungsplatz für euch sichern, dann gelten für euch nun eine Reihe von neuen Gesetzen, die sowohl Rechte als auch Pflichten beinhalten. Die beiden wichtigsten sind hier das BBiG (Berufsbildungsgesetz) sowie das JArbSchG (Jugendarbeitsschutzgesetz), welches für alle Beschäftigten vor Vollendung des 18. Lebensjahres gilt.

Demnach müsst ihr nun eine Erstuntersuchung absolvieren, welche eure Tauglichkeit für den Beruf durch einen Arzt bestätigen soll. Habt ihr auch dies gemeistert, beginnt mit eurem ersten Arbeitstag eine gesetzlich vorgeschriebene Probezeit, welche es beiden Parteien, also sowohl euch als auch eurem Arbeitgeber, Zeit geben soll, abzuschätzen, ob die Berufswahl für euch die Richtige gewesen ist.

Ferner regelt das BBiG, dass ihr nach dem dualen Berufsausbildungssystem ausgebildet werdet. Das heißt die Ausbildung wird an 2 Lernorten absolviert: Zum einem im Betrieb und zum anderem in der Berufsschule. Für diese gilt natürlich wie bisher auch Besuchspflicht. Dafür habt ihr nun auch Anspruch auf eine Vergütung für eure Arbeit.Welche im Übrigen mit jedem abgeschlossenen Ausbildungsjahr steigt. Wir, als Angestellte im Öffentlichen Dienst, erhalten unsere Vergütung nach dem aktuellen Tarifvertrag. Das bedeutet bereits im ersten Jahr eine Vergütung von über 1000 Euro. Obendrauf gibt es ein 13. Monatsgehalt, Vermögenswirksame Leistungen sowie viele weitere Vergünstigungen. Weiterhin ermöglicht uns der Tarifvertrag über den gesetzlichen Anspruch von 20 Arbeitstagen hinaus, weitere 10 Arbeitstage im Jahr Urlaub zu nehmen.

Für die Zeit im Betrieb regelt neben den Betriebsvereinbarungen das ArbZG (Arbeitszeitgesetz), den von euch täglich geforderten Arbeitsumfang. Hierbei gilt, dass die tägliche Arbeitszeit acht Stunden im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen nicht überschreiten darf. Als absolute Obergrenze gilt hier für volljährige Auszubildende die 10-Stunden-Grenze. Für Minderjährige sieht das JArbSchG eine Regelgrenze von acht Stunden vor. Dabei muss nach spätestens sechs Stunden eine Pause gemacht werden.

Kurz und Knapp

Im Folgenden habe ich euch die wichtigsten Rechte und Pflichten eines Auszubildenden noch einmal kurz zusammengefasst:

Rechte der Azubis
  • Die Probezeit beträgt mindestens 1 Monat und maximal 4 Monate.
  • Der Ausbildungsvertrag muss dem Auszubildenden vor Beginn der Ausbildung schriftlich vorgelegen haben.
  • Es besteht ein Vergütungsanspruch des Auszubildenden.
  • Für die Berufsschule bzw. die BA müssen die Auszubildenen freigestellt werden.
  • Auszubildende dürfen nur Aufgaben bekommen, die dem Ausbildungszweck dienen.
  • Benötigte Mittel müssen vom Ausbildenden kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
  • Eine Kündigung des Auszubildenden nach der Probezeit ist nur bei einem wichtigen Grund möglich.
Pflichten der Azubis
  • Alle Auszubildenden haben die Pflicht die Berufsschule bzw. die Berufsakademie zu besuchen.
  • Ausbildungsnachweise sind regelmäßig zu führen und bei Bedarf dem Ausbilder vollständig vorzulegen.
  • Die Schweigepflicht muss eingehalten werden.
  • Geltende Ordnungen u. ä. müssen beachtet werden.
  • Anweisungen müssen befolgt werden.

Ich hoffe, dass ich euch etwas für euer zukünftiges Arbeits- bzw. Azubileben mitgeben konnte und ihr euch einen kleinen Überblick verschaffen konntet.

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Auch in Zukunft werden wir hier weitere Beiträge rund um das Thema Ausbildung bei der Erzgebirgssparkasse posten. Weitere Informationen über die Ausbildung bei der Erzgebirgssparkasse findest du hier.

Bleibt dran  🙂

Autor: Julia Krause
(Auszubildende)

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Schlagwort: Ausbildung
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