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Sparen für Kinder: Was du bei der Vorsorge für den Nachwuchs beachten solltest!

by Cindy Britsche
Titelbild Sparen für Kinder

Denis, 30, aus Aue fragt:

Ich bin vor kurzem Vater geworden und habe mir Gedanken über die finanzielle Absicherung für meinen Sohn gemacht. Mein erster Gedanke war, einfach etwas auf die hohe Kante zu legen, aber ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Außerdem habe ich durch eine Beförderung mehr finanziellen Spielraum und wollte noch etwas extra für den Kleinen vorsorgen, wie gehe ich das am besten an?

Sparkasse antwortet!

Glück Auf, Denis! Erst mal Glückwunsch zum Kind und zur Beförderung! Durch die langanhaltende Niedrigzinsperiode und die hohe Inflation lohnt sich das auf die hohe Kante legen nicht. Auch Sparbuch und Tagesgeld sind dadurch keine gute Idee. Als finanzielle Vorsorge hast du einige Möglichkeiten: Ausbildungsversicherungen, verschiedene Sparpläne und Fondssparpläne, aber auch das klassische Bausparen. Die Details erklären wir dir in unserem Blogartikel. Wenn du dann den Durchblick hast, komm doch einfach in eine Filiale der Erzgebirgssparkasse. Wir gucken uns dann ganz persönlich deine finanzielle Situation und die Sparziele für den Kleinen an und stellen dir eine eigene individuelle Lösung zusammen!

Portrait Cindy Britsch

Cindy Britsche, Erzgebirgssparkasse

Inhaltsverzeichnis

Frisch gebackene Eltern haben unzählige Dinge im Kopf, auf die sie achten müssen. Die finanzielle Absicherung des eigenen Kindes wird dabei leider viel zu häufig vernachlässigt. So schön es natürlich ist, Kinder zu haben, so teuer sind sie leider auch. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2018 geben Paare mit einem Kind 763 Euro pro Monat für den Nachwuchs aus. Das sind bis zum 18. Geburtstag über 164.000 Euro. Eine Zahl, die viele wahrscheinlich für niedriger gehalten hätten. Grund genug, einen Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten zu richten, das Thema Sparen für Kinder anzugehen. Wir konnten mit Lisa Held, einer Beraterin der Erzgebirgssparkasse, zu dem Thema sprechen und haben für euch alles schön zusammengefasst!

Lisa Held

Beraterin bei der Erzgebirgssparkasse

Lisa Held im Portrait

Warum du für dein Kind sparen solltest

Die in der Einleitung erwähnten 763 Euro umfassen alle standardmäßigen Kosten, dies ist allerdings trügerisch, deshalb solltest du vorbereitet sein: Der Führerschein, ein guter Start ins eigene Leben beim Auszug, Unterstützung auf dem Bildungsweg, Auslandsaufenthalte oder frühzeitiger Vermögensaufbau. Es gibt viele potenzielle Kostenfaktoren, die auf dich zukommen können, aber auch Möglichkeiten, dein Kind zu unterstützen.

Sparen für Kinder, aber mit welchem Geld?

Grundsätzlich solltest du zunächst deine finanziellen Möglichkeiten ausloten und mit dem eigenen Geld sparen. Ein regelmäßiger Sparbetrag ist das Fundament, auf dem ein guter Sparplan aufbaut. Dieser kann dann je nach gewählter Sparmöglichkeit mit Einmalzahlungen unterstützt werden. Klassisches Beispiel dafür wäre es, ein Geburtstagsgeld einzuzahlen. Du solltest allerdings darauf achten, nicht alles an dem Sparplan auszurichten. Es ist wichtig, dem Kind ein Taschengeld zu geben, über das es frei verfügen kann. Auch darüber, wie sinnvoll es ist, jedes Geldgeschenk sofort einzuzahlen, lässt sich streiten. Vielmehr solltest du auf deinen Nachwuchs eingehen und ihn bei Interesse spielerisch in das Sparen einbeziehen. Wenn das Kind dann gerne von sich aus etwas ansparen will, sollte das möglich sein und gefördert werden. Dasselbe gilt auch für die engagierten Großeltern, die den Enkeln etwas Gutes tun wollen.

Tipps für die Geldanlage für Kinder

Hast du dich dazu entschieden, für dein Kind zu sparen, kommt die Qual der Wahl. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Thema Sparen für Kinder anzugehen. Zu diesem Zweck haben wir dir in diesem Artikel die wichtigsten zusammengestellt. Egal für welche du dich entscheidest, solltest du nämlich bestens informiert sein.

Ausbildungsversicherung

Die klassische Ausbildungsversicherung, wie man sie von früher kennt, gibt es immer noch, hat aber inzwischen bei der Erzgebirgssparkasse einen anderen Namen. Über den Verbundpartner, die Sparkassen Versicherung Sachsen gibt es die „Kinderleicht-Versicherung“. Wie funktioniert das? Die Kinderleicht-Versicherung ist im Prinzip nichts anderes als eine klassische Kapitallebensversicherung. Eltern oder auch Großeltern können sie für ihre Kinder/Enkelkinder abschließen und zahlen dann in der Regel jeden Monat einen bestimmten Betrag ein, der dann wiederum zu einem bestimmten Zeitpunkt inklusive der Erträge, die sich daraus über die Jahre ergeben haben, ausgezahlt wird. Die einzige Voraussetzung ist ein Alter zwischen 18 und 65 beim abschließenden Vertragspartner. Bei solch einer Versicherung ist das Kind immer der Begünstigte und kann, wenn sie ausläuft, frei über das Geld verfügen. 

Die Dauer der Versicherung und die monatlichen Sparbeträge sind dabei natürlich individuell gestaltbar. Bestenfalls beginnt man so früh wie möglich mit der Versicherung um den Zeitraum, in dem das Geld für einen arbeiten kann, möglichst lang zu halten. Empfohlen wird eine Laufzeit von mindestens 2 und maximal 25 Jahren. Der monatliche Mindestbetrag liegt bei 15 Euro. Ein großer Vorteil ist, dass man bei dieser Form des Sparens am Ende der Laufzeit einen festen Betrag bekommt und kein Risiko eines etwaigen finanziellen Verlustes trägt. Zuzahlungen sind je nach Vertragsgestaltung in einem gewissen Rahmen ebenfalls möglich. Eine Besonderheit ist, dass zwischen zwei Varianten der Kinderleicht-Versicherung gewählt werden kann: „Classic“ mit Fokus auf Sicherheit und „Plus“ für risikobereitere Menschen mit dem Potenzial, mehr Geld zu erwirtschaften. Letztere Variante bietet sich vor allem bei sehr langer Laufzeit an, da so das Risiko wieder minimiert wird.

Sparen für Kinder: Welche Geldanlage-Möglichkeiten gibt es noch?

Wenn dir die klassische Ausbildungsversicherung nicht zusagt, keine Angst! Wir haben noch ein paar andere Vorschläge, mit denen du für deinen Nachwuchs vorsorgen kannst:

Deka-FondsSparplan

Eine sehr empfehlenswerte Möglichkeit kommt wieder von einem Verbundpartner der Erzgebirgssparkasse: Der Deka-FondsSparplan. Die Besonderheit ist hier, dass das Depot selbst auf das Kind läuft und so keine Depotgebühren anfallen. Eltern und Großeltern können auch hier ab 25 Euro flexibel wählen, wie hoch die monatliche Sparrate sein soll. Im Gegensatz zur Kinderleicht-Versicherung gibt es hier keine Garantie, eine bestimmte Summe nach einer festgelegten Zeit ausgezahlt zu bekommen. Das Potenzial ist aber dementsprechend größer. Auch hier kann durch eine lange Laufzeit das Risiko, Kursschwankungen ausgesetzt zu sein, minimiert werden. Bei der Laufzeit bist du zudem flexibel. Du kannst jederzeit an das Geld, wenn du es für nötig hältst.

Sparkassen Sparplan

Den anderen Sparplänen ähnlich bietet diese Variante des Verbundpartners Sparkassen Versicherung Sachsen einen entscheidenden Vorteil für risikoaverse Sparer: Du kannst wie bei der Kinderleicht-Versicherung zwischen sehr sicherer und riskanterer Variante auswählen. Der SV-Sparplan vereint so die Vorteile der Flexibilität der anderen Sparpläne mit der Sicherheit vom Bausparen oder einer Versicherung. 

Bausparen

Beim Bausparen muss man genauer hinschauen. Man kann zwar einen Bausparvertrag für das Kind machen, allerdings gibt es dafür mittlerweile kaum noch Zinsen. Es gibt allerdings staatliche Förderungen wie beispielsweise die Wohnungsbauprämie, die das Ganze doch wieder attraktiv machen. Der Haken an der Sache ist, dass diese Prämie erst ab dem 16. Lebensjahr beantragt werden kann. Wenn du also schon früher mit dem Gedanken spielst, einen Bausparvertrag für dein Kind abzuschließen, solltest du ihn auf den eigenen Namen laufen lassen. Der Bausparvertrag läuft in der Regel 7 Jahre oder länger. Eine feste Summe wird monatlich eingezahlt, größere Einmalzahlungen sind aber ebenfalls möglich. Als Begünstigter sollte schon von Anfang an das Kind eingesetzt werden, um auch in einem Todesfall sichergehen zu können, dass das Geld auch an der gewünschten Stelle ankommt.  

Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld

Die klassischste Variante, was das Thema Sparen für Kinder betrifft, ist wohl das Sparbuch. Die meisten Menschen dürften in Deutschland mit dieser Sparvariante groß geworden sein, zeitgemäß ist sie allerdings nicht mehr. Durch die anhaltende Niedrigzinsperiode verliert man hier inflationsbedingt Geld. Dem sollte man sich bewusst sein, bevor man bei dem bleibt, was man kennt. Dasselbe gilt für Tagesgeld- und Festgeldkonten. Es kann natürlich Vorteile haben, sein Geld nicht nur auf einem Konto zu sammeln, aber monetäre Anreize bieten diese Möglichkeiten aus Sicht des Sparenden nicht. Ein Jugend-Girokonto ist zudem eine gute Idee, um das Kind an das Thema Finanzen heranzuführen.

Welcher Sparplan passt am besten zu mir? Unsere Empfehlung! 

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich nicht zwingend auf eine einzige Sparvariante zu begrenzen. Genau wie beim Vermögen ist es beim Sparen klug, zu streuen. Eine Kombination aus sicherer und riskanter Variante ist eine sehr gute Idee, um nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Der Deka-FondsSparplan ist durch das große Potenzial und die hohe Flexibilität unsere erste Empfehlung. Für alle, die risikoscheuer sind, ist der Sparkassen Sparplan eine gute und sehr sichere Wahl. Das Bausparen ist komplizierter und nur durch die Wohnungsbauprämie eine gute Idee, dadurch aber auch recht effizient und sicher. Die Ausbildungsversicherung ist extrem sicher, bietet aber auch beschränkt Potenzial, das Geld für sich arbeiten zu lassen und ist nicht sehr flexibel

Die wichtigste Empfehlung, die wir dir geben können, ist es aber, die kostenlose und unverbindliche persönliche Beratung vor Ort anzunehmen. Welche Kombination an Sparvarianten sich für deine finanzielle Situation und das Alter des Kindes am ehesten anbietet, ist häufig schwieriger, als man denkt. Genauso können individualisierte Varianten und Vertragsoptionen besprochen werden. Vorschläge anhören und mit möglichst vielen Informationen die eigene Entscheidung treffen, hat höchste Priorität.

Unterlagen-Checkliste – Das solltest du dabei haben

Welche Unterlagen solltest du also beim ersten Gespräch idealerweise direkt dabeihaben?

Diese Fehler solltest du beim Sparen für Kinder vermeiden!

Der erste große Fehler, den Eltern beim Sparen für Kinder machen, ist, dass sie zu spät mit dem Sparen anfangen. Je früher du dich für das Sparen entscheidest, umso lohnender sind riskantere Sparvarianten und desto mehr profitiert dein Kind später davon. Natürlich kannst du auch später damit anfangen, später ist schließlich besser als gar nicht, dennoch ist die Zeit ein großer Faktor. Der zweite große Fehler ist die fehlende Beratung. Jeder Kunde ist unterschiedlich und jedes Kind, für das gespart werden soll, ist unterschiedlich. Nur im persönlichen Gespräch bekommst du eine perfekt auf dich zugeschnittene Sparmöglichkeit, die sich ganz nach deinen Wünschen richtet.

Schon gewusst? Rechtliche Kniffe beim Sparen für Kinder!

Falls du dich schon mal gefragt hast, wem das Geld beim Sparen für Kinder eigentlich gehört: Egal welche Sparvariante man als Eltern für das Kind wählt, das Geld gehört rechtlich gesehen immer dem Kind und darf theoretisch nicht ausgegeben werden. Die Eltern sind so gesehen nur die Verwalter. Du selbst kannst beim Sparen für Kinder ebenfalls Steuern sparen! Es gibt den Steuerfreibetrag von 801 Euro pro Monat nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kindern. So kannst du, wenn die Anlage auf dein Kind läuft, einen entsprechenden Freistellungsauftrag stellen und dadurch den Eigenen nicht belasten.

Es handelt sich also um einen zusätzlichen steuerlichen Vorteil, weil man die Freibeträge aufteilen kann. Die Erzgebirgssparkasse ist dabei immer der erste Ansprechpartner in der Region. Vom ersten Geschenk zur Geburt über den Geburtenservice und für alle zukünftigen finanziellen Themen wie das Sparen für Kinder sind wir für dich da!

Der Schnellcheck

Sparen für Kinder ist nach wie vor eine gute Idee, es gibt nur ein paar neue Möglichkeiten, die man nutzen sollte. Der Berater deiner Erzgebirgssparkasse kann noch genauer auf dich eingehen. Folgendes solltest du wissen:

  1. Tagesgeld und Sparbuch sind heutzutage finanziell nicht mehr lohnend.

  2. Ausbildungsversicherung, Deka-FondsSparplan, Sparkassen Sparplan und Bausparen, alles ist je nach Situation empfehlenswert.

  3. Nutze die kostenlose und unverbindliche Beratung in deiner Filiale vor Ort, nur so bekommst du einen perfekt auf dich zugeschnittenen Sparplan.

Fazit

Das Thema Sparen für Kinder war schon immer relevant, aber früher deutlich einfacher. Durch die höhere Komplexität ist ein größeres Bewusstsein für die verschiedenen Möglichkeiten sehr begrüßenswert. Wir hoffen, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, deinen Wissensdurst zu stillen. Trotzdem solltest du die gewonnenen Informationen als Zusatz zu einem persönlichen Beratungsgespräch sehen. Ein Blick auf deine individuelle Situation hilft ungemein, um die richtigen Empfehlungen geben zu können. Komm doch einfach vorbei und treffe anschließend mit allen Informationen die für dich richtige Entscheidung.

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Schlagwort: Finanzen
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